Im Oktober 2011 sind wir zu unserem Look&See-Trip nach Shanghai aufgebrochen, um uns unseren zukünftigen Wohnort mal anzuschauen und den Kindern evtl. vorhandene Ängste zunehmen. Was auch gut gelungen ist. Sam hatte dann doch beschlossen mit uns zusammen für 1 Jahr nach Shanghai zu ziehen.
Nach dem Look&See-Trip kam dann eine Phase in der wir uns und auch den restlichen Teil unserer Familie auf die Reise vorbereiteten.
Eine zentrale Frage war z.B. 'Was machen wir mit Gismo? '
Eigentlich stand für mich fest, dass er mit uns kommt, obwohl so eine Großstadt nicht wirklich was für unseren naturverbunden Vierbeiner ist. Auch der lange Flug und die Hitze in Shanghai sind ja nichts für ihn. Er liebt es nun mal kalt. Aber er wäre wenigstens bei uns.
Dann kam Thomas` Cousine Christiane und ihr Freund Dimitri auf uns zu und fragten, ob sie Gismo nicht solange in Pflege nehmen könnten. Sie wünschten sich schon seit längerem einen Hund. Da musste ich natürlich erst mal drüber nachdenken. Wir vereinbarten dann im Februar 2012 eine Woche 'Probewohnen' in Frankenhausen bei Christiane und Dimitri. War schon ein ganz komisches Gefühl so ohne Gismo zu Hause. Er wohnte da ja immerhin schon knapp 7 Jahre bei uns. Aber es schien ihm und auch den beiden Ersatz-Eltern gut gefallen zu haben. Also habe ich zugestimmt und Gismo wird während unserer Abwesenheit in Frankenhausen leben. Was für ihn sicher die beste Lösung ist, aber es tut schon weh.
Die zweite zentrale Frage für mich war: 'Kann und will ich in dieser Zeit in China arbeiten?'
Mein Wunsch war es, erst mal in China anzukommen und zu schauen, dass wir den Alltag als Familie auf die Reihe bekommen. D.h. 3-4 Monate Freistellung bei SAP. Dann wäre es super, wenn ich an 2 Tagen die Wochen in unserer Geschäftsstelle in Shanghai arbeiten könnte. Zu Glück habe ich eine Chefin, die mich bei meinem Vorhaben voll und ganz unterstützt. So dass ich es genau so verwirklichen kann. Ohne Babett (meine Chefin) hätte dass sicher nicht so geklappt. Deshalb möchte ich ihr hier auch noch mal ganz herzlich dafür danken.
Ich werde nun also von August bis einschließlich November von SAP freigestellt und ab Dezember werde ich von SAP nach Shanghai entsendet. Das ist halt der Vorteil, wenn man in einer globalagierenden Firma wie SAP arbeitet und Vorgesetzte hat, die einen unterstützen.
Die Kinder mussten nun noch in der Deutschen Schule in Shanghai angemeldet werden. Da Luke als 2.Fremdsprache Latein gewählt hatte mussten wir uns für den EUROCAMPUS in Puxi entscheiden. Dies bedeutet für mich einen einfachen Weg zur Arbeit von ca. 45 km quer durch die Stadt.
Im Januar habe ich mit den Kids dann einen Chinesisch Kurs begonnen. Wir 3 und eine chinesische Lehrerin. Für einen ersten Einblick in die Sprache hat es sicherlich gereicht, aber im Juni haben wir dann beschlossen, damit erstmal aufzuhören, da es doch nicht so einfach war eine 48-jährige, einen Gymnasiasten und einen Grundschüler unter einen Hut zu bringen. Ich werde in Shanghai einen Kurs besuchen und die Kinder werden es in der Schule lernen. Aber zu diesem Zeitpunkt war es mir ehrlich gesagt unvorstellbar, jemals mit jemandem in dieser Sprache zu kommunizieren.
Im Mai/Juni 2012 mussten wir dann die ärztlichen Untersuchungen in Hoechst bzw. Hanau und die Impfungen über uns ergehen lassen und das Visum musste beantragt werden. Das hat aber zum Glück die Firma Evonik für uns übernommen.
Im Juni wurde es dann wirklich ernst, als es darum ging, was nehmen wir alles mit. Außer unserem Fluggepäck durften wir noch 400 kg Luftfracht mitnehmen.